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 'til i am strong enough for you.

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AutorNachricht
McKia
aka. Arizona Robbins <'3
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Anmeldedatum : 31.03.14
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BeitragThema: 'til i am strong enough for you.   Fr Sep 18, 2015 4:38 pm

'til i am strong enough for you.




Der Schnee ergoss sich förmlich über der ganzen Welt, umhüllte alles und jeden in eine kleine Schneekugel. Mein Blick war nach draußen, in die Nacht hinein, gerichtet. Der Mond schien in seiner vollen Pracht, er erleuchtete die ganze Umgebung. Einige dieser Strahlen fielen in mein Schlafzimmer und kitzelten vorsichtig meine Haut. Ich spürte zwei Feste Arme, die um meinen Oberkörper gelegt waren und mich etwas zurückzogen. Seufzend strich ich mir mit den Fingern durchs Gesicht. Aus dem Augenwinkel sah ich die kleine, pinke Schachtel mit dem weißen Pulver - Das Oxy, das ich vorm Schlafen gestampft hatte. Ohne weiter nachzudenken, befeuchtete ich meinen Finger, drückte ihn etwas in das Pulver und fuhr mir dann mit der Fingerspitze über die Lippen. Mit zusammengebissenen Zähnen, schloss ich die Schachtel und ließ mich dann vorsichtig nach hinten sinken, damit ich meiner Freundin dabei nicht wehtat. "Lisa, bist du wach?", flüsterte ich, beugte mich nach vorn und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. "Hm-hm.", grummelte sie zurück und lächelte auf. Ich musterte ihr Gesicht - ihre rotumrandeten Augen, der verschmierte Lippenstift um ihren Mund herum. Ihre Augenlider hoben sich und zwei große, grüne Augen starrten mir entgegen. "Alles okay?", fragte sie und strich mir mit dem Daumen über die Wange. "Wieso bist du noch wach?" Ich schüttelte den Kopf und legte meine Arme so vorsichtig es ging, um ihren zierlichen, dünnen Körper. Sie vergrub ihr Gesicht in meinem Nacken und ihre Lippen berührten meine Haut dort, "Du kannst wirklich mit mir sprechen, Chris. Sag irgendwas, bitte..." Ich atmete tief durch. "Wer bin ich?" Lisa löste sich aus meinem Griff und sah mich irritiert an, "Wer du bist? Chris, hast du-" "Nein. Ich frage mich nur... wer ich bin? Was habe ich erreicht? Was will ich erreichen?" Sie nickte.

"Ich kann dir ganz genau erzählen, wer du bist, Christian." Sie betonte meinen Namen mit gewählter Vorsicht. "Du bist Christian-Michael Hoult. Mein Freund, ein Sohn, ein toller Kumpel, ein Chirurg, eine Intelligenz-Bestie." Ich lächelte nicht. "Und du hast mal Menschen kennengelernt, die dich dazu gebracht haben, jetzt... ugh... hier zu sein." Mein Kopf hob sich kurz und ich nickte. "OxyCodon hilft dir - jedenfalls sagst du das und ich glaube es dir. Oxy hilft dir, zu vergessen und aufhören, zu spüren. Du denkst viel nach. Und ich liebe dich dafür." Lisa strich mir mit der linken Hand durch die Haare. Wie sonst auch, gab sie mir wieder die Gewissheit, dass das, was ich tat, nur gut war. "Du hast mich auch dazu gebracht. Ich bin dir dafür dankbar. Ich liebe dich, Chris." Lisa beendet ihre kleine Rede mit einem schwachen Lächeln und gibt mir einen sanften Kuss auf die Lippen.

♦ ♦ ♦ ♦ ♦

Mit zitternden Fingern hielt ich den Test in der Hand. Lisa saß auf dem Stuhl vor mir, lediglich in einem Hemd bekleidet und fuhr sich mit den Fingern durch ihre langen, welligen, blonden Haare. "Du bist... schwanger? Mit meinem Kind?", fragte ich. Lisa nickte und lächelte fröhlich, während mein Lächeln erstarb und meine Miene sich leer und emotionslos anfühlte. Ich trat einen Schritt vor und legte meine Arme um die Hüfte meiner langjährigen Freundin. Dann lachte ich und gab ihr einen stürmischen Kuss auf die Lippen. "Das ist... Ich weiß es nicht... Das ist wundervoll! Wie ein Hoffnungsschimmer!"
Lisa lächelte ihr perfektes Lächeln und schwang ihre Beine um meine Hüften. "Mhm-", murmelte sie, als sie ihre Lippen wieder auf meine presste und sich mir etwas entgegendrückte, "Eine kleine, feine Familie. Du und ich und unser Baby." Ich lächelte in den nächsten Kuss hinein und seufzte glücklich.

Doch dann erfasste es mich. Ich dachte an eine Freundin, mit der ich gemeinsam im Krankenhaus arbeitete, die mir einmal nach einem Meeting erzählt hatte, dass ihr Baby während der Schwangerschaft zwar gewachsen war, aber sich kein Hirn gebildet hatte. "Du musst aufhören, Oxy zu nehmen, Lisa. Keine Drogen mehr. Nie... mehr." Ich erschrak selber - zu viel Übermut, zu wenig Gedanken über etwas, dass ihr und mein Leben viel zu schnell verändern konnte.
Lisa starrte mich an. "Das ist nicht dein Ernst, Chris."
"Willst du etwa unser Kind töten? Es hat etwas Besseres verdient. Lisa, ich liebe dich - mehr als alles andere, aber das Baby verdient es nicht, entweder mit einer Behinderung leben zu müssen oder noch im Mutterleib zu sterben." Lisa stieß mich von sich und bedeckte ihren Bauch mit ihren Händen. "Das hast du nicht zu entscheiden, Chris." "Habe ich sehrwohl, es ist auch mein Kind.", schrie ich und sie sprang vom Stuhl. "Du willst, dass ICH aufhöre! Hast du jemals über dich selber nachgedacht, Christian?!", erwiderte sie ebenso laut und gestikulierte mit ihren Händen herum, "Du bist so ein verdammter Egoist." Sie hatte Recht. Natürlich hatte sie Recht.

"Ich höre mit dir auf, okay? Zusammen."

♦ ♦ ♦ ♦ ♦

Lisa weinte. Ihre Hände waren um den Pfosten in unserem Wohnzimmer geklemmt. Sie schrie und drückte ihren Kopf gegen das Holz. Ich legte meine Arme um sie, doch sie stieß mich wieder weg. "Es tut mir so Leid.", schrie sie noch lauter und brach unter ihrem Gewicht und dem unseres Jungen zusammen. Ich hörte wie die Haustür aufflog und gegen die Wand schnallte, dann ein paar Leute eintraten.
"Chris, zur Seite.", hörte ich Addison sagen. Ich wollte ihr danken, doch meine Beine trugen mich zur anderen Seite des Raumes. "Okay... Lisa? Du hörst mich, oder? Okay. Du machst das gut so. Es wird nicht lange dauern, versprochen." Diesmal schrie sie etwas leiser, gepresster, voller Schmerzen. Sie hatte schreckliche Angst - und sie wollte nicht, dass ich ihr dabei zur Seite stand. Nicht etwa die Angst vor der Geburt des Kindes.

♦ ♦ ♦ ♦ ♦

Ich stand an der Fensterscheibe und beobachtete ihn. Der kleine Junge verzerrte sein Gesicht und griff blind in die Luft. Mein Herz schlug noch immer schnell und schmerzte. Erst brachte ich sie dazu, abhängig zu werden und dann starb sie daran.

Ich hielt meinen Sohn im Arm und sah ihm ins Gesicht. Er sah mich an. So... Unschuldig. Er konnte nicht wissen, was passiert war. Er spürte den Schmerz nicht so, wie ich ihn spüren konnte. "Aaron.", murmelte ich und strich ihm mit den Fingern vorsichtig durch die kurzen, schwarzen Haaren. "Bleib stark, bis ich es bin. Stark genug, um dich wie ein richtiger Vater zu lieben. Bis ich 2374 Tage stark genug war. Okay? Vergiss mich nicht. Mama ist bei dir." Eine dunkelhaarige Frau nahm mir Aaron vom Arm und lächelte mich an. "Bis dann, Dr. Hoult.", verabschiedete sie sich. Und da war er - auf dem Arm einer netten Frau, die ich nicht mal kannte. Eine Frau, die für 6 Jahre auf meinen Sohn aufpassen würde.

Bis ich stark genug sein würde.

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